Lehrangebot Wintersemester 2021 / 2022

THINK AHEAD

Freier Entwurf - Bacherlor / Master

Jeden von Ihnen treibt sicherlich des Öfteren der Gedanke um, wie wir zukünftig bauen werden und können. Was ist sinnvoll und was können wir überhaupt noch verantworten?
Als Architektinnen und Architekten sehen wir es als unsere Aufgabe an, Denkanstöße für die Veränderung unserer baulichen Umgebung zu liefern. Unter dem Oberbegriff „THINK AHEAD“ haben Sie die Gelegenheit an unserem Institut eine selbstgestellte Aufgabe als Freien Entwurf zu bearbeiten.
Dabei kann ihr Beitrag auf ganz unterschiedlichen Ebenen mit dem Thema des zukünftigen Bauens und unserer damit verbundenen Verantwortung als Architekten zu tun haben. Naheliegende Themen wie ressourcen- schonendes Bauen, Cradle-to-Cradle oder passive Maßnahmen zur Gebäudetechnik können dabei ebenso Kern Ihrer Auseinandersetzung sein, wie die Umnutzung von (leerstehenden) Gebäuden, eine Beschäftigung mit der Wohnraumknappheit oder allgemeineren Themen. Wichtig ist uns, dass Sie sich ernsthaft und reflektiert mit Ihrem gewählten Thema auseinander- setzen und daraus ein konkreter und relevanter Hochbauentwurf entsteht.
Voraussetzung für die Bearbeitung eines freien Themas ist es, dass die Studierenden die Aufgabenstellung eigenständig vor Beginn des Entwurfs erarbeiten und eine kurze Zusammenfassung des Vorhabens möglichst bis zum 30.09.21 per Mail an institut(at)ibbte.uni-stuttgart.de senden.

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FLUSS(T)RÄUME

Masterentwurf

“First we shape the cities – then they shape us.” - Jan Gehl

Wir kennen die Forderungen der Leipzig Charta für eine nachhaltige Entwicklung europäischer Städte und sehen die IBA 2027 als gute Gelegenheit, um gleichgesinnte Projekte in Stuttgart umzusetzen. Gleichzeitig verbleiben die städtebaulichen Rahmenpläne für die Weiterentwicklung des Neckars hin zum öffentlichen Erlebnisraum oft nur eine Vision und der Fluss vielerorts unzugänglich für die breite Öffentlichkeit. Vorzeigeprojekte und -visionen reichen allein nicht aus, um bestehende Stadtstrukturen zu verändern, können jedoch ein guter Startpunkt für weitere Überlegungen werden.
Im Sinne eines gezielten Nadelstichs wollen wir anhand eines Projekts zeigen wie in Stuttgart gute und individuell maßgeschneiderte Wohn- und Arbeitsverhältnisse in unimittelbarer Nähe zur Industrie und zum Fluss entstehen können. Der Neckar mit seinem großen städtebaulichen Potenzial, aber auch mit der der Lage geschuldeten besonderen Planungsaufgabe wird uns über das Semester begleiten. Wir werden uns im Küstenabschnitt zwischen Inselbad und Industriegelände in Untertürkheim begeben, um dort eine eigene architektonische Antwort auf die Situation zu entwickeln und somit einen Beitrag zur anhaltenden Diskussion zu leisten.
Der Entwurf findet unter dem Oberbegriff „THINK AHEAD“ statt, welches wir dieses Semester wieder in Form von Seminaren und Entwürfen am IBBTE bearbeiten wollen.
Wir freuen uns auf Ihre kreativen Antworten zu dieser spannenden Aufgabe.

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CSH 43 - 'Material'

Bachelorentwurf

 ́When I start, my first idea for a building is with the material. I believe architecture is about that. It ́s not about paper, it ́s not about forms. It ́s about space and material ́ - Peter Zumthor


Als internationaler Entwurf führt uns die CSH Reihe -  ́Klima ́ jedes Jahr in zahlreiche klimatische Zonen, deren Merkmale die Gestalt, Konstruktionsart, Technik und Materialität der Entwürfe stark beeinflussen. Steht bei der Bearbeitung und Vertiefung traditionell die Auseinandersetzung mit dem Klima im Vordergrund, so sind es dieses Jahr die Materialentscheidungen, die Sie entwurflich treffen. Da klimatische Bedingungen und Materialwahl aber stets einen engen Bezug haben sollten, handelt es sich nur um eine Akzentverschiebung, die wir in Würdigung des diesjährigen Semesterthemas „Bauen ohne Beton“ vornehmen.
Die sich so ergebenden Themen wollen wir anhand des angebotenen Entwurfs und der integrierten Vertiefung mit Ihnen erforschen.
Projektidee/ Entwurf:
Unsere Arbeitsweise ändert sich rasant, und infolge u.a. der Pandemie ist eins deutlich geworden: Unabhängigkeit ist, auch was Arbeiten angeht, das Gebot der Stunde. Ein Laptop, WLAN und eventuell eine gute Kaffeemaschine sind generell die wichtigsten Anforderungen, um in den Tag zu starten. Eine Gruppe von jungen Unternehmern wollen die Chance ergreifen und ein weltumspannendes Netz von kleinen, aber feinen Coworking Studios als wohnungsnahe Arbeitsmöglichkeiten für digitale Nomaden anbieten. Die Arbeitsplätze können online nach Bedarf für kurze oder auch längere Zeitspannen gebucht werden. Angedacht sind sowohl Räume für ruhiges, konzentriertes Schaffen, als auch Bereiche für Sitzungen oder Gruppenaufgaben. Diese werden zusätzlich durch Gemeinschafts- und Funktionsräume ergänzt.
Die Studios sollen an besonderen, unterschiedlichen Orten entstehen, die den Nutzern beim Werkeln gleichzeitig als Rahmen und Inspirationsquelle dienen. Jede(r) von Ihnen bekommt also das gleiche Basisprogramm, aber einen anderen Standort auf dem Globus. Sie werden einerseits durch ihren Wiedererkennungswert im Programm und Konzept verknüpft, andererseits jedoch von den ortsspezifischen klimatischen und kulturellen Einflüssen geprägt. Das Lokale spiegelt sich auch in der Auswahl der Materialität wider, und stärkt somit den Bezug zur Gegend und ihren Rohstoffen.
Vertiefung:
Der Standort spielt bei diesem Entwurf also eine zentrale Rolle. Die erforderlichen Kenntnisse über lokale Materialien und ihren ressourcenschonenden Einsatz im Projekt werden entwurfsbegleitend vertieft. Über das Tool der Ökobilanzierung und weiteren Aspekten der Materialwahl wollen wir früh im Entwurfsprozess unterschiedliche Konstruktionen und Baustoffe untersuchen und Auswirkungen auf die Umwelt gegenüberstellen. Diese Analyse und Optimierung wird vom IBBTE Team im Prozess begleitet und unterstützt.

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Bauen ohne Beton - Eine kritische Betrachtung

Seminar Bachelor / Master

„Bauen ohne Beton“ ist das Thema des kommenden Wintersemesters. Wir wollen die Herausforderung dieser durchaus provokant gemeinten Überspitzung annehmen, und uns auf die Suche machen nach einer eigenen, kritischen und reflektierten Haltung dazu.
Gerade in Stuttgart sind kürzlich gefeierte Neubauten in Betonbauweise fertiggestellt worden – trotz der lange schon bekannten, gravierenden Umweltprobleme des Materials werden sie bei jeder Gelegenheit und ohne spürbare Widerrede als „nachhaltig“ bezeichnet. Zugleich und oft ebenso kritiklos gilt manchem die Holzbauweise als allgemeingültige Patentlösung für klimabewusstes Bauen.
Wir wollen spielerisch auf die Suche gehen nach den Nuancen zwischen dieser verlockend einfachen, aber wohl wenig hilfreichen Einteilung in polare Gegensätze und abgedroschene Verkaufsbezeichnungen.
Kann es etwas wie ein „Manifest des verantwortungsbewussten Bauens“ oder eine Wiederauflage der „5 Punkte zu einer neuen Architektur“ geben, und wenn ja, wie können diese für jeden Einzelnen von uns aussehen?
Zu dieser dezidiert ergebnisoffen angelegten Diskussion sind die unterschiedlichsten Beiträge denkbar: wir wollen uns um einen kurzen Einstieg in die gesicherten Grundlagen zur Klimaproblematik des Errichten und Betreiben von Gebäuden kümmern, können uns anhand einiger Stuttgarter Bauten mal als Ankläger, mal als advocatus diabuli des Betonbaus versuchen, und in kleinen Stegreifen versuchen, ein paar Annahmen und Erkenntnisse durch einfache Ökobilanzen zu prüfen.

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Walter M. Förderer - Kirche St. Nicolas (Hérémence, CH)

Gebäudetechnikkonzepte für die Zukunft

Seminar Bachelor / Master

Der Gebäudesektor wird die vorgegebenen Klimaziele 2030 nicht erreichen! Welche Maßnahmen können nun helfen, diese Defizite in den nächsten Jahren aufzuholen ?

Treibhausgasemissionen entstehen beim Bau und vor allem auch bei der Nutzung von Gebäuden. Die Grundlagen für den Energieverbrauch eines Gebäudes werden mit der Erstellung eines spezifischen Energie- und Gebäudetechnikkonzeptes in den ersten Planungsphasen gelegt. 

Neben dem Ziel eines reduzierten Energiebedarfes spielt die Nutzung von verfügbaren Energieträgern bei Neu- und Bestandsgebäuden eine entscheidende Rolle. Gerade in den letzten Monaten wurde deutlich, dass gesundheitliche Aspekte bei low-tech Konzepten nicht außer Acht gelassen werden dürfen und auch Lüftungskonzepte zu Projektbeginn wesentliche Bestandteile im Planungsprozess von Gebäuden sein müssen. 

In den ersten Veranstaltungen werden die Grundlagen und Einsatzgebiete von zukunftsfähigen, energetischen Bausteinen, der Temperierung und hybriden Lüftungskonzepten (natürlich - maschinell) aufgezeigt und erläutert.

Die Teilnehmer*innen lernen, wie abhängig von den verfügbaren Ressourcen, der Gebäudeart und -nutzung nachhaltig und energetisch sinnvolle Entwürfe entwickelt werden können.

Unterschiedliche in bestehenden Gebäuden umgesetzte Konzepte, sowie richtungsweisende Planungsideen sollen analysiert und veranschaulicht werden.

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IGLoo X.x


klein / nachhaltig / kostenlos

Vorstellung: 22.01.2020 15:00Uhr / K1 / 2a

 

Ein Iglu, ein kleines Haus aus Schnee mit eigenen Händen bauen und dessen klimatische Anpassung studieren.
So könnte man diesen Workshop knapp skizzieren. In Zusammenarbeit mit der Wildnisschule Allgäu bieten wir den Studierenden die Möglichkeit ihr erstes Haus mit den eigenen Händen zu bauen.

Blocktermine für den Selbstbauworkshop in den Allgäuer Alpen:

10. - 12.02.2020
12. - 14.02.2020
26. - 28.02.2020

Weitere Informationen erhaltet ihr bei der Vorstellung des Seminars oder bei der Wildnisschule Allgäu.

  

 

 

Lehmbau Workshop

Marokko

 

Manfred Fahnert (Lehmexpress) bietet auch in diesem Jahr wieder eine besonders gute Möglichkeit, dieses faszinierende Material und seine vielfältigen Möglichkeiten in Praxis und Theorie kennenzulernen. Weitere Informationen bei uns am ibbte.

1. - 14. März 2020




REET

Eine Gebäudehülle aus Gras – ein Beitrag zum Klimaschutz



Schilfgras wächst schnell, bildet ein wertvolles Biotop, sorgt für eine bessere Wasserqualität und bietet auch vielen Tieren ein Zuhause. Der abgestorbene Teil der Pflanze wird jedes Jahr durch neue Schösslinge ersetzt, nur er wird geerntet und ohne weitere Behandlung oder Zusätze für Dächer und Fassaden als Baustoff verwendet. Nach der Verwendung für Gebäude kann dieses Schilfgras kompostiert und wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.



Schilfgras, auch bekannt unter der Bezeichnung Reet, ist ein im klassischen Sinne nachhaltiger, nachwachsender, klimaneutraler Rohstoff und bietet sich damit als alternatives Material für Dach- und Fassadenbekleidungen an: schnelles Wachstum, kurze Prozesskette mit geringem Energieverbrauch und Emissionen, perfekte Kreislauffähigkeit, Schadstofffreiheit, über Generationen erprobte Anwendungen.

 

Nach zwei Jahren Forschung und Vorbereitung am IBBTE (Universität Stuttgart) wurde im Sommer 2019 das aus der Lehrveranstaltung SkinOver hervorgegangene erste Reetprojekt im hochalpinen Bereich nahe der Mannheimer Hütte unterhalb der Schesaplana realisiert. Die Gebäudehülle wurde aus lokalem Reet und Holz bei weitgehendem Verzicht auf Metallverbindungen ohne weitere Materialien möglichst ressourcenschonend hergestellt. Ziel des Projektes ist es, die Eignung von Reet für die Verwendung allgemein und besonders im hochalpinen Bereich zu erforschen.

Projektbeteiligte:

  • Universität Stuttgart, Institut für Baustofflehre, Bauphysik, Gebäudetechnologie und Entwerfen (IBBTE),
    Direktor Professor Peter Schürmann
  • Bundesverband des Deutschen Alpenvereins (DAV),
    Ressort Hütten und Wege
  • Sektion Mannheim des Deutschen Alpenvereins (DAV)
  • Weichert Reetbedachungen & Ökobau, Berlin
  • Zimmerei Müller, Brand
  • CUBO Architektur & Baumanagement, Thüringen

Projektteam:

  • IBBTE – Armin Kammer, Anke Wollbrink
    und Studierende der Seminare SkinOver

Fachliche Unterstützung Reet:

  • HISS REET Schilfrohrhandel, Bad Oldesloe

Ansprechpartner:

  • IBBTE, Universität Stuttgart: Anke Wollbrink, Armin Kammer
    Tel. 0711-68583231 oder Mail institut@ibbte.uni-stuttgart.de
  • Bundesverband DAV München: Xaver Wankerl
    Tel. 089-14003593 oder Mail xaver.wankerl@alpenverein.de



Informationen zur Lehre am IBBTE

Das ibbteLABOR ist unsere zentrale Arbeitsplattform. Als Gemeinschaft von Lernenden, Lehrenden und Forschenden widmen wir uns hier architektonischen Themen, die sich entweder durch ihre gesellschaftliche, wissenschaftliche Relevanz oder ihre Bedeutung für die Baupraxis auszeichnen. Wir tun dies mit dem Ziel, moderne Architektur als zukunftsfähige Disziplin weiterzuentwickeln.

Wir möchten junge Architektinnen und Architekten für diesen wunderbaren Beruf gewinnen und Ihnen eine offene, verantwortungsvolle Perspektive mit auf ihren persönlichen Weg geben.

Am ibbteLABOR können Studierende des Bachelor- und des Masterstudiengangs gleichzeitig teilhaben. Damit wird die strukturelle Zäsur beider Studiengänge inhaltlich überwunden. Dieser Ansatz findet in der Einbindung von Promotionen und externen Partnern z.B. aus der Wirtschaft seine logische Fortsetzung.

Der Gedanke der Projektorientierung steht im Vordergrund. Die Gesamtstruktur der Architekturausbildung am ibbte hat eine flache Hierarchie:

In den ersten fünf Semestern lernen die Studierenden die Grundlagen kennen, die sie dazu befähigen, an unseren Architekturprojekten erfolgreich mitarbeiten zu können. Meilensteine sind hierbei die integrierte Proektarbeit (4. Semester | Teamarbeit | Integration diverser Fachdisziplinen | Lösung von Konflikten | Entwurf) und die Projektarbeit im internationalen Kontext (5.Semester | selbständig bearbeitete, komplexe, integrative Entwurfsaufgabe) .

Die Pluralität der Ausbildungsniveaus im ibbteLABOR fördert Befähigungen, Talente, Neigungen unabhängig von einem Curriculum und hat damit nicht nur die Qualität des freien Teils des ehemaligen Diplomstudiums, sonder bietet darüber hinausgehend durch die Arbeit in kleinen Teams eine praxis- oder wissenschaftlich orientierte Vertiefung.

BSc

Das Bachelorstudium an der Fakultät für Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart umfasst in der Regel 8 Semester. Davon fördern das 5. und 6. Semester seine internationale Ausrichtung.

Der Studiengang wird mit dem akademischen Grad „Bachelor of Science“ abgeschlossen. Dieser Studienabschluss berechtigt nach einer zweijährigen Berufspraxis zur Eintragung in die Liste der Architektenkammer eines deutschen Bundeslandes.

Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, diesen Studiengang konsekutiv mit einem, der ebenfalls von dieser Fakultät angebotenen Masterstudiengänge, fortzuführen.

Das Bachelorstudium lässt sich in 3 Phasen gliedern:

A – Vom 1. bis zum 4. Semester werden Grundlagen in Form von Vorlesungen und Übungen vermittelt. Den Abschluss bildet die integierte Projektarbeit.

B – Im 5. und 6. Semester, dem „internationalen Jahr“, stehen Auslandsstudium, -praktika und Projekt- bzw. Entwurfsthemen im internationalen (globalen) Kontext im Mittelpunkt.

C – Im 7. und 8. Semester werden vielfältige Prokektarbeiten, Entwurfsaufgaben, Seminare und Workshops angeboten, die Studierenden haben die freie Wahl aus einem breiten Angebot. Sie schließen diese Phase mit der Bachelorarbeit ab.

In den ersten Semestern werden die Grundlagen geschaffen:

  • für weiterführende Übungen wie z.B. die integrierte Prejktarbeit im 4. Semester
  • allgemein für zukünftige Entwurfs- und Projektarbeiten
  • für andere "Fächer" wie z.B. die Baukonstruktion
  • für Workshops unseres Institutes
  • für Seminare unseres Institutes

Modulzuordnung und Gliederung des Studienverlaufs in den ersten 4 Semestern für die Baustofflehre, die Bauphysik und die Gebäudetechnik:

  • Basismodul BAUTECHNISCHE GRUNDLAGEN
  • Basismodul BAUTECHNIK 2

 

Vorlesung GEBÄUDETECHNIK | ≥ 3. Semester

Die Aufenthalts- und Nutzungsqualität architektonischer Räume wird wesentlich von der Gebäudetechnologie und der integrierten Technik mitbestimmt. Die Gebäudetechnologie soll als integrativer Bestandteil des Entwurfes gesehen werden. Energiekonzepte und die Bewertung von Umwelteinflüssen sollen als Kriterien für die Bewertung von Architektur verstanden werden.

Systematische Vermittlung von Grundkenntnissen aus den Bereichen Energieversorgung, Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär, Hygiene, elektrotechnischer Anlagen, Fördertechnik, Licht u.a. Dabei wird die Bedeutung integrativer Gesamtkonzepte für den architektonischen Raum sowie die Wechselwirkungen mit Baustoffen, Bauphysik und Konstruktion behandelt. Energiekonzepte und entstehende Umwelteinflüsse werden analysiert.


Vorlesung & Übung BAUPHYSIK | ≥ 1. Semester

Bauphysik 1.1


Die thermische, visuelle und akustische Behaglichkeit architektonischer Räume, deren Energiehaushalt und Abhängigkeit vom umgebenden Klima wird wesentlich von den bauphysikalischen Eigenschaften der verwendeten Materialien und Bauteile sowie der Gebäudetechnik bestimmt. In Vorlesungen wird Grundwissen über bauphysikalische Zusammenhänge mit den Schwerpunkten Wärme- und Feuchteschutz, Schallschutz und Raumakustik vermittelt. Prinzipien des energiegerechten Bauens und der Nutzung der Solarenergie werden behandelt. Die Studierenden lernen, wie sich bauphysikalische Prinzipien konstruktiv umsetzen lassen. Sie entwickeln ein Verständnis für die bauphysikalischen Funktionen unterschiedlicher Bauteilanordnungen hinsichtlich der Nutzung eines Gebäudes und der Interaktion mit dem umgebenden Klima. Die Vorlesung wird durch eine Übung ergänzt, die inhaltlich in die Übung im Fach Baukonstruktion 1 eingebunden ist. Sie wird mit einer schriftlichen Prüfung abgeschlossen.

Bauphysik 1.2

In Vorlesungen wird das Grundwissen aus den ersten beiden Semestern um Kenntnisse über klimatisch angepasstes Bauen, die Nutzung von Umweltenergien, Energieeffizienzstandards wie die EnEV oder das Passivhaus, die Grundzüge des Brandschutzes, der natürlichen Lüftung und die Belichtung von Gebäuden erweitert.
Bauphysik und Gebäudetechnik werden in ihren Abhängigkeiten und Wechselwirkungen betrachtet. Entwurfsentscheidungen sollen durch bauphysikalische Betrachtungen und Berechnungen begleitet und überprüft werden. Inhalt und Ergebnis der Übung ist die bauphysikalische Bearbeitung eines entstehenden Gebäudekonzeptes im Hinblick auf Material, Technik und Konstruktion (z.B.ein Energiekonzept). Dabei kommt den Auswirkungen auf Energie, Umwelteinflüsse, Aufenthaltsqualität im Hinblick auf Wärme- und Feuchteschutz, auf Schallschutz und Raumakustik besondere Bedeutung zu.
Die in den Vorlesungen und/oder Übungen erworbenen Kenntnisse sollen in einer integrativen und fächerübergreifenden Entwurfsarbeit (Intergriertes Projekt Bautechnik) geübt werden. Die Auswirkungen der Bauphysik auf die Qualität des architektonischen Raumes, und damit auf Material und Baukonstruktion sollen an der eigenen Entwurfsarbeit erkannt werden. Prinzipien des energie- und ressourcenbewussten Bauens sowie der Nutzung von Umweltenergien sollen geübt werden.Die Vorlesung begleitet die integrierte Projektarbeit im 4. Semester und wird als Teil der Modulprüfung Bautechnik 2 abgeschlossen.

Einer der Schwerpunkte der Lehre des IBBTE ist das „Integrierte Projekt“ im vierten Semester, bei dem die Studierenden in Teams ein Entwurfsprojekt von den ersten Ideenskizzen bis zum 1:1-Detail durcharbeiten. Dabei werden die architektonischen Konzepte auch unter bauphysikalischen, material- und gebäudetechnischen Aspekten betrachtet und entwickelt. Die Studierenden lernen, die Grundlagen ihres Projektes ermitteln, unterschiedliche Bedingungen und Anforderungen an ein Gebäude zu erkennen, daraus Ziele zu formulieren, Konzepte zu entwickeln und zu einem funktionierenden, haltbaren, schönen Ganzen, einem architektonischen Entwurf zu fügen. Dafür stehen die beteiligten Institute IBK2, ITKE und IBBTE.

Gründend auf den Vorlesungen und Übungen der ersten Semester fließen in der integrierten Projektarbeit erstmals vielfältige und unterschiedliche Aspekte in einen gemeinsamen Entwurf ein. Erst das Entwerfen bis ins Detail ermöglicht die Umsetzung von architektonischen Gedanken und Konzepten, die dann in professioneller Weise in Form von Werkplänen und großmaßstäblichen Modellen präsentiert werden. Die Darstellung des Arbeitsprozesses und der Entwicklungsstufen des Projekts sind ebenfalls Teil der Aufgabe. In intensiven fachlichen Betreuungen, werden die Studierenden trainiert, ihr Projekt zielgerichtet und umfassend zu entwickeln, zu entwerfen. Kooperationsbereitschaft, Teamfähigkeit und Fleiß sind hierfür Voraussetzung.

Die Studierenden erwerben sich ein Verständnis für das Zusammenwirken der Subsysteme Tragwerk, Hülle, Ausbau und Gebäudetechnik zum Gesamtsystem Bauwerk und sind in der Lage, sich kritisch mit den Ergebnissen in Hinsicht auf die Konzeption und Übereinstimmung von Konstruktion, Funktion und Gestalt auseinanderzusetzen. Dabei lernen sie das Entwerfen und Konstruieren als einen integrierenden Planungsprozess von häufig divergierenden Anforderungen und sich widersprechenden Sachverhalten, also Zielkonflikten kennen und üben Entscheidungen durch Werten und Abwägen.

Sie lernen Wechselwirkungen und Abhängigkeiten erkennen und sinnvoll im Gesamtprojekt berücksichtigen. Sie können unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten unter verschiedenen Gesichtspunkten wie z.B. der Logik, der Wirtschaftlichkeit, der Funktionalität oder der Nachhaltigkeit bewerten und auswählen.

Durch die Integration der Inhalte der Fächer Baukonstruktion (IBK2), Tragkonstruktion (ITKE), Gebäudetechnik, Baustofflehre und Bauphysik (IBBTE) bei der Planung und Bearbeitung des Projektes, erarbeiten sich die Studierenden die Lehrinhalte dieser Fächer praxisnah. Über die Arbeit in Kleingruppen können sie wichtige Schlüssel- kompetenzen wie Teamfähigkeit, Problemlösungskompetenz, Methodenkompetenz und Präsentationsfertigkeiten erwerben und üben.

  • Bauphysik 1.3

    Ziel der Übung ist die bauphysikalische Entwicklung eines Gebäudekonzeptes im Hinblick auf Material, Technik und Konstruktion, u.a. in Form eines Klima- und Energiekonzeptes. Die Wechselwirkungen zwischen Gebäude und Umwelteinflüssen bzw. -ressourcen werden hinsichtlich Energieeffizienz, Aufenthaltsqualität, Wärme- und Feuchteschutz, Schallschutz und Raumakustik als architektonisch relevant erkannt. Die Bauphysik soll dabei als Entwurfsinstrument begriffen und angewandt werden.

  • Baustofflehre 1.2

    Durch eigene Erfahrung wird die besondere Bedeutung von Baustoffen und Materialien für das architektonische Gesamtergebnis erkannt, in möglichst großer Breite bearbeitet und im Prozess dargestellt. Die Wechselwirkungen mit Gebäudetechnik, Bauphysik, Tragwerk und Konstruktion werden an der eigenen Entwurfsarbeit vertieft bearbeitet: Materialentscheidungen sind Entwurfsentscheidungen, die wesentlich die architektonische Qualität von Raum und Gebäude bestimmen.

  • Gebäudetechnik 1.2
    In diesem Teil der integrierten Projektarbeit geht es um die grundlegende Erarbeitung, Weiterentwicklung und vor allem auch die Darstellung der eigenen Konzeptüberlegungen und -entscheidungen, z.B. zu einem Energie-, Lüftungs- oder Lichtkonzept. Dabei kommt einer angemessenen Breite der Betrachtung besondere Bedeutung zu. Inhalt und Ergebnis der Übung ist die integrative Erarbeitung und Darstellung von gebäudetechnologischen Entwürfen für Raum und Gebäude.



Beschreibung:

Neben den Grundlagen in der ersten vier Semestern und dem internationalen Jahr bieten wir im Rahmen des weiteren Bachelorstudiums die Möglichkeit an übergeordneten, projektorientierten Fragestellungen zu arbeiten. Diese Projekte repräsentieren die Themenschwerpunkte, die zusammen mit Studierenden oder Promovierenden am ibbte längerfristig bearbeitet werden.

Die Arbeit an diesen Projekten ist vielgestaltig im Sinne des forschenden Lernens mit je nach Themenstellung gegebenenfalls unterschiedlichen Schwerpunkten hinsichtlich Praxis-, Wissenschafts- und Handlungsbezug. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht in diesem Studienabschnitt der architektonische Entwurf, als zentrale Aufgabe zur Integration unterschiedlicher Parameter mit z.T. divergierenden Zielen.

Diesen Arbeitsbereich (Lehr- und Forschungsmodell) nennen wir „ibbteLABOR“.

Die Arbeit an unseren Projekten kann vorzugsweise in Form eines Entwurfes aber auch als Seminar- oder theoretischen Projektarbeit erfolgen. Um den Einstieg zu erleichtern, haben wir für die Teilnehmer aus dem Bachelorstudiengang bereits einige Aufgaben herausgearbeitet und formuliert. Sie können aus folgendem breit gefächerten Angebot das passende wählen.

Ziele:

Die Studierenden sind in der Lage, selbstständig theoretisch oder methodisch anspruchsvolle raum- und gestaltbezogene Fragestellungen zu bearbeiten. Sie können komplexe raumbezogene Problemstellungen auch mit Hilfe wissenschaftlicher Mittel innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens bearbeiten und dabei Lösungsmöglichkeiten entwickeln.

Sie können schrittweise für einen Hochbauentwurf die relevanten Parameter analysieren, eigene Ziele formulieren und daraus Konzepte bzw. Lösungsansätze entwickeln. Sie können im weiteren den Entwurf schrittweise von der konzeptionellen Idee bis in die Zusammenhänge des konstruktiven Gefüges und die Materialität bearbeiten und auf diesem Weg methodisch die architektonische Lösung des gestellten Themas finden. Dabei greifen sie auf die Analyse des Programms, der allgemeinen Anforderungen und des Kontextes, der Gebäude- und der Konstruktionstypologie zurück und sind in der Lage, alternative Lösungsansätze gegeneinander abzuwägen und Strategien zur Findung des angemessenen Entwurfskonzeptes zu entwickeln. Sie haben die Fähigkeit, grundsätzliche Lösungen für einen Hochbauentwurf anhand von Zeichnungen und Modellen zu visualisieren und zu materialisieren.

Sie besitzen die Grundfähigkeiten zum wissenschaftlichen Arbeiten und Argumentieren (unter anderem Hypothesenbildung und – prüfung, Erhebungen und Analysen, Literaturrecherche, wissenschaftliches Schreiben). Sie haben sich Kompetenzen wie Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit erworben und können Projekte mit anderen Beteiligten koordinieren, moderieren und diskutieren.

Die Studierenden können sich in baustoffliche, bauphysikalische oder gebäudetechnische Inhalte vertiefen und haben diese als z.T. gestaltprägend erkannt und erfahren. Sie erkennen die Mehrdimensionalität dieser Fachbereiche, denen sowohl das „Vernünftige“ als auch das „Menschliche“ innewohnt. Sie können sich außerdem Fachkompetenzen erarbeiten, die die eigene Entwurfsarbeit befördert oder gar befruchtet und die Kommunikation mit anderen Fachleuten ermöglicht und erleichtert.

Der Entwurf wird als integrativer Prozess oft divergierender Einzelaspekte erkannt und bearbeitet. Gebäude werden dabei als Systeme begriffen, die z.B. physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterliegen und durch äußere und innere Einflüsse bestimmt werden. Die Verantwortung für Mensch und Umwelt wird erkannt und angenommen. Der Umgang mit unseren Ressourcen wird als wichtige Aufgabe des entwerfenden Architekten gesehen. Gebäude werden über ihren gesamten Lebenszyklus betrachtet und dafür entworfen.

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