SIMPLE?

DIE SCHWIERIGKEIT DES EINFACHEN

Ort: Universität Stuttgart Campus Mitte - Provisorium, Hörsaal M2.01
Zeit: 04.11.2026 - 27.01.2027, mittwochs 17:45 - 18:45

Bauen und Stadtplanung werden immer komplexer: mehr Anforderungen, mehr Technik, mehr Normen, mehr Akteure; es steigen Abhängigkeiten, Kosten, Zeitdruck und Ressourcenverbrauch. Gebäude und Städte werden intelligenter, aber nicht zwangsläufig verständlicher. Die Herausforderungen des Bauens und Planens lösen sich nicht durch mehr Komplexität, sondern durch die Fähigkeit, das Wesentliche zu erkennen und zu priorisieren.

Einfachheit ist eine architektonische, städtebauliche, technische und kulturelle Herausforderung. Sie kann sich in reduzierten Konstruktionen äußern, in Raumkonzepten, frugalen Innovationen, offenen Prozessen oder flexiblen Nutzungen. Sie kann Low-Tech bedeuten, aber Präzision verlangen; sie kann im Weglassen, im Kompromiss, in der Zuspitzung, oder in der Fähigkeit liegen, komplexe Anforderungen in räumliche Antworten zu übersetzen.

Einfachheit wirkt selbstverständlich, ist aber das Ergebnis radikaler Entscheidungen: Was bleibt, wenn wir uns auf das Wesentliche besinnen und vermeintliche Unabänderlichkeiten hinterfragen, in allen Prozessen von Konzeption bis Umsetzung? Damit verbunden ist die Frage nach unserer Rolle als Planende: Wissen und Expertise sind zunehmend spezialisiert, digitale Werkzeuge und Künstliche Intelligenz bieten neue Möglichkeiten. Doch die zentrale Aufgabe für Architekturschaffende bleibt die Synthese – zwischen Fachplanung und Generalismus, zwischen digitaler Unterstützung und menschlichem Urteilsvermögen ist Einfachheit letztlich eine intellektuelle Leistung.

Im Wintersemester 26/27 richten wir den Blick auf das Thema der Einfachheit – vom Bauteil bis zum Quartier. Gesucht sind Haltungen eines Bauens und Planens, das verständlich, zukunftsfähig und wirksam bleibt.

Zum Seitenanfang