MaterialLAB: Salvaged Timber

Das Material LAB versteht sich als experimenteller Arbeits- und Forschungsraum an der Schnittstelle von Material, Konstruktion und Entwurf. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung vorhandener Ressourcen sowie deren konstruktiver und räumlicher Potenziale. Erkenntnisse entstehen dabei nicht ausschließlich theoretisch, sondern vor allem durch die praktische Auseinandersetzung mit dem Material selbst - durch Beobachtung, Bearbeitung, Testen und prototypische Konstruktion.

 

In der diesjährigen Seminarreihe MaterialLab steht die Wieder- und Weiterverwendung von Holz im Fokus. Ziel ist es, die Lebensdauer dieses nachwachsenden Baustoffs zu verlängern und ihn möglichst lange in hochwertigen Werkstoffkreisläufen zu halten – als bewusste Alternative zur weiterhin verbreiteten thermischen Verwertung.

Untersucht werden unterschiedliche Formen sogenannter „Ausschussware“: Verschnitt und Nebenprodukte der Holzindustrie ebenso wie Kalamitätsholz, das infolge von Trockenheit, Schädlingsbefall, Pilzerkrankungen oder Sturmereignissen kurzfristig und in großen Mengen als Schadholz anfällt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Wiederverwendung bereits verbauter Holzbauelemente aus Rückbau oder Transformation bestehender Strukturen.

Die Vielfalt und Heterogenität der Schadensbilder erschwert oft eine eindeutige Bewertung und Klassifizierung als geprüfte Baustoffe und verhindert eine hochwertige Weiterverwendung. Hier setzt das Seminar an: Durch experimentelle Materialarbeit, die Entwicklung von Mock-ups und praxisnahe Untersuchungen werden Qualitäten, neue Einsatzmöglichkeiten und alternative Bewertungsansätze erprobt. Ziel ist es, neue Potenziale zu erschließen, geschlossene Materialkreisläufe zu fördern und die Kaskadennutzung von Holz als zukunftsfähige Strategie im Bauwesen zu stärken.

 In fünf Regelterminen mit unterschiedlichen Tagesexkursionen in Forstwirtschaft und Holzindustrie sowie einer Blockseminarwoche in der vorlesungsfreien Pfingstwoche besteht die Möglichkeit, in intensiver Gruppenarbeit jeweils ein ausgewähltes Holz auf seinem Weg zu einer „zweiten Chance“ zu begleiten. Dabei werden mögliche Einsatzfelder recherchiert und anschließend in selbst entwickelten 1:1-Mock-ups auf dem Campus experimentell für einen spezifischen konstruktiven oder strukturellen Zweck umgesetzt. Die entwickelten Lösungen werden schließlich anhand selbst definierter Kriterien beprobt und bewertet.Die Arbeit erfolgt in Zweiergruppen. Die Abgabeleistung umfasst einen detaillierten Materialsteckbrief, das während der Blockwoche erarbeitete Mock-up-Modell sowie eine schriftliche Dokumentation des Arbeitsprozesses und der Untersuchungsergebnisse.

Lehrpersonen: Prof. Annika Seifert, Elif Kälberer, Sascha Ritschel

Studentische Arbeiten

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